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Über das Üben zu Hause

Die Schwierigkeiten, Yogaübungen zuhause durchzuführen liegen in der Macht der Gewohnheiten. „Der wöchentliche Yogaunterricht tut mir gut, aber ich möchte täglich üben, welche Übungen soll ich machen?“ eine oft gestellte Frage.

Auf dem Weg zum täglichen Üben werde ich mich selbst erfahren, ich werde erleben, wie mächtig Gewohnheiten sind und ich muß Wege entwickeln, mich zu verändern, neue Gewohnheiten, z.B. das tägliche Üben einzurichten. Dabei werde ich Bekanntschaft machen mit dem Tiger in mir, ein gefährliches Tier, das ich nicht unterschätzen sollte. Keine zahlem Hauskatze, die zum streicheln einlädt, nein ein wildes Tier. Nähere ich mich ihm nicht behutsam, mit Umsicht und Sachkenntnis, werde ich scheitern.

Meine Vorstellung ist, 1 Stunde täglich Yoga zu üben. Neben der Frage, mit welchen Übungen ich die Stunde füllen soll, werde ich sicher feststellen, dass ich aus den unterschiedlichsten Gründen nicht zum Yogaüben komme: es muss etwas vorbereitet werden, mir geht es nicht so gut, ich habe verschlafen, das Telefon klingelt, das Kind muß zum Arzt usw. usw…...So ist mir dann vielleicht in einer Woche nur einmal das Üben gelungen. Und was bleibt ist das schlechte Gewissen und der Druck, einen weiteren Tagesordnungspunkt abzuhaken. Ich fühle mich weder bewegt, gelöst und entspannt, sondern unzufrieden, unfähig und gestresst. Ich habe den Tiger unterschätzt.

Wie kann ich intelligenter vorgehen? Ich kürze die Zeit und fange mit 10 min. an. Ich übe 1 oder 2 Sequenzen, die mir im Unterricht besonders gut getan haben. Ich übe immer zur gleichen Zeit und am gleichen Ort!!!! Den Tiger lerne ich so langsam kennen, ich höre seine Argumente, lasse mich aber von meinem Vorhaben nicht abbringen. Den Vertrage, den ich mit mir selber abschließe, erfülle ich auch, da ich mich nicht mehr überschätze. Ich nehme mir also nur vor, was ich auch leisten kann und entwickle auf diese Weise Zufriedenheit und Willensstärke. Ich kann mir z.B. vornehmen, nur in der Woche zu üben also von Mo .- Fr. , oder umgekehrt nur das Wochenende von Fr. – So. oder nur jeden 2. Tag, also Mo, mi, Fr, So….. oder nur dienstags und freitags. Letzen Endes ist es egal, wie ich beginne. Ich richte mich so ein, dass ich erfolgreich sein werde, das ist das entscheidende. Und dann übe ich z.B. 4 Wochen (oder 3 oder 2 oder 6….) ohne Änderung. Dann erst reflektiere ich und verändere Zeiten oder Übungsinhalte. Wie gesagt, immer so, dass ich zufrieden bin und mir auf die Schulter klopfen kann.

Das Üben zur gleichen Zeit und am gleichen Platz erleichtert das Einrichten einer neuen Gewohnheit. Wenn das Üben zur Gewohnheit geworden ist, hören die Widerstände auf, es geht deutliche leichter. Genauso, wie ich morgens aufstehe und das Badezimmerprogramm abspule, ohne Widerstände, automatisch. Wenn ich dann auf der Yogamatte liege, bin ich sehr bewusst und wach, kein Automat mehr, die Gewohnheit hat ihren Zweck erfüllt, jetzt ist der Körper dran, das Atmen, das bewusste Sein…..

Erschienen 10. October 2005   Themenverwandt:
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