Rubrik "Wellness und Gesundheit"
Verändern und Wachsen durch Yoga
Unter dem Begriff Yoga finden sich auch Übungswege, die nicht den Körper betreffen, z.B. Jnana-Yoga (Yoga des Wissens), Bhakti-yoga (Yoga der Hingabe), Kanna-yoga (Yoga des Handelns); Raja-Yoga (der königliche Yogaweg).
Hatha-Yoga ist der Oberbegriff für das Üben mit dem Körper. Alle im Westen gängigen Yogaarten fallen hierunter. Eine Zwischenstellung nimmt Kundalini-Yoga, das System von Yogi Bajan, ein.

Das Yogasystem könnte man als einen Elefanten beschreiben, der aus sehr unterschiedlichen Teilen besteht: Der lange Rüssel gehört dazu, der dicke Bauch, die säulenartigen Beine, der dünne Schwanz mit dem Pinsel am Ende, die Ohren … alles sehr unterschiedlich, es gibt kaum Gemeinsamkeiten und doch ergibt die Summe dieser Unterschiedlichkeiten den Elefanten.
Hatha-Yoga heißt übersetzt: Ha = Sonne, Th =. Mond. Yoga = verbinden.
Ich verbinde also Gegensätzlichkeiten, ich gleiche sie aus, ich führe sie in der Mitte zusammen. Klingt leicht verständlich, ist es auch, ist aber nicht ganz einfach in die Praxis umzusetzen. Immer wenn ich in ein Extrem gehe z.B. eine Vorwärtsbeuge aus dem oberen Rücken heraus übe, der ja schon in einer “Vorwärtsbeuge”, also in einer Kyphose (Witwenbuckel) ist, mache ich kein Yoga!

Wenn ich dagegen aus meiner inneren Mitte heraus übe, meine Grenzen respektiere, übe ich Yoga. Wenn ich aber unbedingt z.B. im Stand mit den Fingerspitzen den Boden berühren mochte, leitet mich mein Ehrgeiz und nicht die Bewusstheit für meinen Körper.
Dann verstärke ich Beugungen, die im Körper vorhanden sind wie der Witwenhuckel, und gleiche nicht aus. Wenn ich nicht nur im Alltag, sondern auch noch im Üben Kyphose und Lordose der Wirbelsäule verstärke, schade ich den Bandscheiben, treten vermehrt Abnutzungserscheinungen und damit Sohmerzen auf und auch die Energie (Kundalini) kann nicht durch den Hauptkanal (sushumna) nach oben fließen.
Was bleibt ist eventuell ein Muskelkater und damit das Gefühl, ich hab’ ja was getan, ein Gefühl von Entspannung nach einer zu großen Anspannung, aber keineswegs ein dauerhaftes Reduzieren der Anspannung.
Also: Yoga unterscheidet sich schon vom üblichen Sport, wo es nur um “Äußerlichkeiten” geht. Im Yoga geht es mehr um Bewusstseinsarbeit über den Körper, der Körper wird benutzt um Hirnareale/Bewusstseinszentren anzuschalten, zu erleuchten. Etwas schlichter ausgedrückt: Ich verändere mich, ich wachse durch Yoga.
Viniyoga (ist easy yoga) gehört zum Hatha-Yoga. Viniyoga wird heute in zunehmend mehr Yogaschulen
unterrichtet. Laut Umfrage des BDY (Berufsverband der Yogalehrenden Deutschlands) benutzen mehr als 80 % der deutschen Yogalehrer Elemente des Viniyogas. Viniyoga erklärt die Konzepte, die hinter den Körperhaltungen stehen und ermöglicht eine individuelle Anpassung der Haltung an den Menschen mit seinen speziellen Möglichkeiten und Grenzen.

