Deprecated: Function set_magic_quotes_runtime() is deprecated in /var/www/web1/html/nhp-farmsen/textpattern/lib/txplib_db.php on line 14 Warum Fasten? | wellness | Yoga Hamburg

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Rubrik "Wellness und Gesundheit"

Warum Fasten?

Von Heilpraktikerin Ute Helwich

Fasten gibt es in allen Kulturen. Seit Jahrtausenden wird für eine bestimmte Zeit Verzicht geübt. Auch unsere Kirche ruft zum Verzicht vor Ostern auf: Verzicht auf Alkohol oder Fleisch oder Süßes. Was bringt es uns? Natürlich lernen wir uns selbst kennen, unseren „inneren Schweinehund“. Wir stärken unsere Willenskraft und erfahren, was uns möglich ist und was nicht. Wie ehrlich sind wir uns selbst gegenüber?

Warum sollen wir überhaupt verzichten? Das Leben ist doch hart genug. Sollte man sich nicht eher was Gutes tun?? Und genau um dieses „Gute“ geht es. Der Verzicht sollte nicht im Vordergrund stehen, sondern das Vergnügen, sich mal eine Woche nicht ums Einkaufen zu kümmern, nicht um die Frage, was koche ich heute? Ich darf mich endlich einmal wichtig nehmen, nur mich! Mich pflegen, verwöhnen, faul sein, spazieren gehen, lesen, Müßiggang üben, Zeit haben. Je mehr ich dabei meine Sinne auf mich beziehe, desto feiner werden sie. Ich werde viel mehr riechen und schmecken, mein Tastsinn wird sich verändern, eventuell auch das „Sehen“. Ich komme in Kontakt mit meinem innersten Kern. Aus dieser „inneren Leere“ heraus, kann der Alltag dann anders gestaltet werden, können Gewohnheiten verändert werden. Wichtig ist, gerade wenn man das erste Mal fastet, die Kunst der kleinen Schritte.

Mir liegt es sehr am Herzen, den Menschen ein Erfolgserlebnis zu verschaffen. Viele sagen, „fasten ist nichts für mich, ich krieg Kopfschmerzen und bin unausstehlich, mein Kreislauf bricht komplett zusammen…..“ und ich zweifle nicht daran. Kleine Fastenkrisen können leicht naturheilkundlich behoben werden, durch Akupressur oder Homöopathie oder durch die Auflage von Wickeln.

Tatsächlich hat nicht jeder die Konstitution von Anfang an ein reines Saftfasten durchzustehen. Für viele ist es besser z.B. nur Reis zu essen oder nur Obst. Fastenkönner werden jetzt Aufstöhnen: nur wenn der Darm leer ist und bleibt, kann Fasten gelingen. Wenn ich immer wieder esse, komme ich aus dem Hungergefühl gar nicht heraus. Das stimmt. Und trotzdem: Das Saftfasten ist mein Nordpol, dort will ich hin. Oft ist aber der kürzeste Weg nicht der Beste. Also: Ich versuche jedem ganz individuell sein Fastenprogramm zusammenzustellen und zwar so, dass er sich gut fühlt und Lust hat, im nächsten Jahr weiterzufasten. Spätestens im nächsten Jahr. Denn das Fasten wird immer zum Jahreszeitenwechsel durchgeführt. Eigentlich sollte man alle 3 Monate fasten. Dadurch gibt man dem Körper die Gelegenheit, die äußeren Umbrüche des Wetters aufzufangen, ohne Erkältungen z.B. Im Yoga kennt man auch das Ekadasi-Fasten, bei dem in Abhängigkeit vom Mond alle 14 Tage ein Saft/Obsttag eingehalten wird und ein Tag mit leichtem Essen als Vorbeugung gegen die Veränderungen, die auch schon der Mondzyklus in uns hervorruft.

Wenn die Haare glanzlos sind, die Haut unrein oder ekzematös, der Schlaf unruhig und unterbrochen, wenn ich „allergisch bin“, müde, unausgeglichen, wenn die Gelenke mir weh tun, wenn ich Myome oder Zysten habe, dann könnte Fasten eine Verbesserung meines Gesundheitszustandes bewirken. Wenn keine äußeren Eindrücke und Einflüsse mehr zu verarbeiten sind, wird der Selbstheilungsmechanismus, unser innerer Arzt, sofort aktiv, fängt an zu reinigen, zu reparieren, aufzubauen…..

„Ich bin sauer“ ist ein Satz, den heute auch jeder unterschreiben kann. Und das gilt psychisch, sauer sein auf jemanden, aber auch körperlich, ein gestörtes Säure-Basen-Gleichgewicht haben. Beim Fasten kommt es dann häufig zu einer Säureexplosion, weil die Säuredepots abgebaut und ausgeschieden werden wollen. Das macht Schmerzen, muss aber nicht sein. Ich kann meinen Säurezustand leicht über den Urin ermitteln und dann entsprechende Maßnahmen einleiten, um diesem Säureschub vorzubeugen. Das sollte ich dann allerdings vor Beginn des Fastens tun. Ich möchte noch einmal sehr deutlich machen, dass das Sauer-sein nicht nur mit unserer Ernährung zusammenhängt, sondern auch mit unseren Gefühlen und Gedanken! Und zwar erschreckend direkt. Jeder negative Gedanke, jedes negative Gefühl säuert meinen Stoffwechsel und zwar innerhalb von Minuten. Die Gedanken sind zwar frei und keiner kann sie lesen. Aber mein Körper, der kann das, der weiß wie ich mich fühle.

Zum Abschluß mein Lieblingszitat:

„Ich weiß nicht, ob Schildkröten glücklich sind. Aber ganz sicher ist, sie machen irgendetwas richtig, denn manche werden über 300 Jahre alte. Ich vermute, sie lächeln innerlich.“ Meister Seo

Erschienen 25. April 2010