Rubrik "Wellness und Gesundheit"
Sinnenpflege im Ayurveda
Von Heilpraktikerin Ute Helwich
Es geht bei der Sinnenpflege im Ayurveda nicht um Kosmetik. Unsere Sinne – vor allem die vier Gesichtssinne Hören, Sehen, Riechen und Schmecken – sind unsere einzigen Organe, die uns mit der Welt draußen verbinden. Vollständigkeitshalber sei erwähnt, dass der fünfte Sinn unser Tastsinn, also unsere Haut, ist, um die sich Ayurveda natürlich auch kümmert: über die Massagen. Gelegentlich verfügen wir Menschen auch über einen sechsten Sinn, die Intuition.
Ich bin ein Universum (Billionen von gut funktionierenden und teamwork leistenden Zellen, ohne Arbeitszeitregelung und Urlaubsanspruch) in einem riesigen Universum, unserer Welt. Die Verbindung von draußen nach drinnen geschieht ausschließlich über die Sinne. Von deren Leistungsfähigkeit und Klarheit – dem Informationseingang – hängen meine gedankliche Verarbeitung und meine Reaktionen, also meine Handlungen ab. Wenn mein Geist durch Yogaübungen unterscheidungsfähig und auch entscheidungsfähig geworden ist, werden meine Handlungen erfolgreich sein. Der „input“ muss aber möglichst korrekt sein, sonst verzerrt sich alles Nachfolgende.
Was empfiehlt Ayurveda um die Sinne lange funktionstüchtig zu erhalten?
Für die Augen:
Elaneer Kuzhambo, reinigt die Augen und sorgt für klare Sicht. Bei trockenen, gereizten oder verklebten Augen, grundsätzlich auch zur Prävention altersbedingter Augenerkrankungen.
Für die Nase:
Neti: Spülen der Nase mit einermilden Salzwasserlösung. Reinigt die Nasenschleimhäute, verhindert häufige Erkältungskrankheiten, beugt Nebenhöhlenerkrankungen vor und hilft in klimatisierten Räumen.
Für die Zunge:
Zungenschaber aus Silber. Strecken Sie sich doch einmal selber die Zunge heraus und betrachten sie im Spiegel. Ist sie belegt? Wahrscheinlich ja. Entfernen Sie täglich den Belag nach dem Zähneputzen mit einem Zungenschaber. Der Körper entgiftet auch über die Zunge! Wenn der Belag abgekratzt wird, kann nachentgiftet werden, Das Silber wirkt antibakteriell. Bitte keine Bürste verwenden, nur Metall.
Das “Ölziehen” (einen Esslöffel Speiseöl morgens zwischen den Zähnen hin- und herziehen, so dass die Schleimhäute des Mundes ein bis drei Minuten gut bedeckt werden) ist auch eine Methode, die Mundhöhle zu entgiften. Viele können aber den Ölgeschmack am Morgen nicht gut vertragen und es ist schwierig herauszufinden, bis wann das Öl noch aufnahmefähig ist. Wenn es weiß geworden ist, muss es ausgespuckt werden, aber bitte nicht in den Abfluss. Behält man das Öl zu lange im Mund, verkehrt sich der Prozeß und die Giftstoffe werden nun wieder über die Schleimhäute aufgenommen. – Mir ist das zu kompliziert, die Zunge abschaben, ist viel einfacher.
Für die Ohren:
Es gibt auch ein spezielles Ohrenöl, das die Bildung von zuviel Ohrenschmalz verhindert.
Wir Europäer verstehen nicht allzu viel von Körperpflege. Wir waschen uns, deodorieren uns und putzen die Zähne (dank langjähriger Aufklärung wohl auch täglich, bzw. immer nach den Mahlzeiten). Um unsere Sinne kümmern wir uns erst, wenn sie nicht mehr funktionieren mit einer Brille, einem Hörgerät, riechen und schmecken ist ja eh nicht so wichtig …

